DE  EN

  •   

    Eric Ess

    Vence 1964 | 02.04.2011 – 01.05.2011
    Ge÷ffnet Sonntag von 14-18 Uhr


    resume

     1929 geboren in Feldkirch

    1948-53 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien bei den Professoren Elsner, Gütersloh, Boeckl und Wotruba

    1979-98 Leiter der Meisterklasse Malerei und Graphik an der Hochschule für Gestaltung in Linz

    gallery

    Ess2011Ess2011Ess2011
    Ess2011Ess2011Ess2011
    Ess2011Ess2011Ess2011
    Ich blicke einige Jahrzehnte zurück - ins Jahr 1964 -, sehe mich in meinem provencalischen Atelier stehen, das von Pinien und Feigenbäumen umgeben ist, am Rand von Vence in den Alpes maritimes, dem südöstlichen Winkel Frankreichs. Ich stehe auf einem weißen Wollteppich, der auf dem rohen Betonboden liegt, schaue durch das blau umrahmte Fenster auf den gegenüberliegenden Hügel, auf dem eine Kolonne von Pinien rhythmisch hügelaufwärts strebt. Man sieht nur Pinien, ahnt im Hintergrund das Meer. Es herrscht eine würzige Stille, die ich zeitweise als Einsamkeit empfinde. Dann schreibe ich einen Brief oder gehe ins Zentrum von Vence und setze mich unter die riesigen Platanen vor dem Café de la Régence, wo im Sommer der Tourismus brodelt und wo es mit zunehmendem Herbst immer ruhiger wird.

    Ich zeichne und aquarelliere in der näheren und weiteren Umgebung von Vence; die Landschaft ist mir seit Jahren vertraut, ich erlebe sie immer wieder neu und sie hört nicht auf, ein Erlebnis zu sein, das mich erfüllt, aber auch beunruhigt. Ich fühle mich privilegiert, hier zu sein, und befürchte, der Schönheit, die mich umgibt, nicht gerecht zu werden mit meinen Zeichnungen und Aquarellen. Ich versuche es ständig aufs Neue, und in den besten Momenten ist zwischen Erleben und Tun kein Platz mehr für Fragen und Zweifel. Diese stellen sich erst wieder ein bei nachträglicher Betrachtung und Reflexion.

    Wenn ich heute - 46 Jahre nach ihrer Entstehung - die Arbeiten von damals wieder betrachte und sie sogar ausstelle, so ist das ein Blick in eine Welt, die es nicht mehr gibt, die aber als Erinnerung in meiner Gegenwart mitschwingt. Meine Sehnsucht gilt nicht sosehr dem Vergangenen als dem Unvergänglichen, von dem die Weisen sagen, es sei unsere eigentliche Wirklichkeit.

    Ob sich irgendetwas davon in meinen - früheren oder späteren - Arbeiten ausdrückt? - Ich weiß es nicht.

    E.E.

    Zendorf 19, 4551 Ried im Traunkreis | Tel.: +43 7588/6305 | E-Mail: christa@neunzendorf.at