DE  EN

  •   

    Hannes Gstöttenmayr




    Lebenslauf

    1957 geboren in Linz

    1972-80 Glasmalerei Schlierbach

    1980-86 Studium der Malerei und Grafik bei Prof. Eric van Ess an der Hochschule für Gestaltung in Linz seit

    1986 verheiratet, 2 Söhne

    1986-99 Funktionaler Assistent für Technologie der Malerei und künstlerische Druckverfahren-Hochdruck an der Hochschule für Gestaltung in Linz

    lebt und arbeitet als freischaffender Maler in Zendorf, OÖ

    Ausstellungen


    zahlreiche Einzel- und Gruppenausstellungen- zuletzt:

    2014  Ausstellung in der Neuen Galerie im Stift Seitenstetten, NÖ

    2014  Ausstellung in der Galerie NEUNZENDORF

    2015  September : Ausstellung in der Galerie KONTUR in Wien

    Galerie

    Hannes AllgemeinHannes AllgemeinHannes AllgemeinHannes AllgemeinHannes AllgemeinHannes Allgemein
    Hannes AllgemeinHannes AllgemeinHannes AllgemeinHannes AllgemeinHannes AllgemeinHannes Allgemein
    Hannes AllgemeinHannes AllgemeinHannes AllgemeinHannes AllgemeinHannes AllgemeinHannes Allgemein

    Ausstellungstexte


    ERDE UND HIMMEL

    Alles ist erlebt, ist intensiv angeschaut, und das Erschaute ist in eine Form umgesetzt, die ebenso intensiv wirkt wie das Erschaute.

    Die Erde lastet, der Himmel ist leicht, und die Wolken - Wasserdunst, der von der Erde aufsteigt - sind leichter als die Erde, aber schwerer als der Himmel, auch wenn sie in der Sonne weiß leuchten. Die Erde ist flach, gewölbt oder gar gebirgig, Häuser sind auf der Erde errichtet, sie sind fest gefügt, auch wenn sie von der Sonne beleuchtet sind und fast zu schweben scheinen. Nicht nur Baumkronen und ein Horizont, der aus unterschiedlich geformten Baumkronen besteht, sind bildhaft eindeutig, auch die Wolken sind figuriert und farbig differenziert. Erde und Bauten sind ebenso eine Einheit wie Erde, Himmel und Wolken. Nichts ist ungewiss, ist ungeformt. Wie die Erde, auch wenn sie grasbewachsen ist, in lastende Figurationen oder in solche, die sich mit einer bäuerlichen Architektur verbinden, in Form verwandelt ist, greifen zart oder heftig, aber immer rhythmisch bewegte Baumkronen- und Baumgruppenkonturen in den Himmel. Ein Abendrot ist schwer, aber die Bäume, hinter denen es aufleuchtet, sind noch schwerer, und ihre farbige Dunkelheit behauptet sich gegen das brennende Abendrot. Ein Stillleben, das Blumen in einem Blumentopf zeigt, ist so aufgebaut, dass es die Bildfläche sowohl in eine figurale wie auch in eine Spannung versetzt, die von den Farben ausgeht. Richtungen, die von der Innenarchitektur und vom Blumentopf ausgehen, bestimmen die Verteilung der Blumen, und so sind alle im Bild aufscheinenden Dinge formal eindeutig aufeinander bezogen.

    Eine klare und ineinandergreifende Figuration und eine heftig rufende, eindeutig auf sie abgestimmte Farbigkeit erweitern den >Geist der Zeit<, in dem Erdhaftes und Kosmisches auf wissenschaftlicher Basis voneinander abhängen. Scharfe, aber malerisch bewältigte Kontraste und überraschende Einstimmigkeiten zwischen erdhaften und wolkigen Figurationen und solchen, die der Mensch schuf, zeichnen das neue Werk des Malers Hannes Gstöttenmayr aus. Es ist für mich ein überzeugendes Beispiel dafür, dass auch in einer Zeit, in der Menschen in einer mechanisierten und automatisierten Arbeit und unter restloser Ausnützung der Freizeitindustrie ihr Leben verbringen, Erde, Vegetation, Wolken und Himmel den Geist bewegen und zu einem Werk anregen, das eindeutig künstlerisch ist. Natur ist nicht Geschichte, sondern fruchtbare Gegenwart.

     

    Heimo Kuchling (Text zur Ausstellung, Juli 2012)




    Sind es spielerisch oder absichtsvoll auf der Fläche verteilte Formen? Nach Laune oder Gefühl gewählte Farbtöne? Oder sind es Traunviertler Landschaften mit Feld und Berg und Himmel, häusliche Stillleben mit Tisch und Fenster, Buch und Quitte?

    Was größer oder kleiner, spitzwinklig verkeilt und rechtwinklig geschichtet, mit Pinsel und Temperafarben aufgetragen, das Auge erfreut, sind Malereien von Hannes Gstöttenmayr. Sie rufen Empfindungen hervor und setzen Überlegungen in Gang. Fragen nach dem Verhältnis von Bild und Wirklichkeit, Bild und Abbild, Stil und Mode. Nach der Funktion von Bildern, nach dem Begriff von Kunst, unseren Sehgewohnheiten und  Denkgewohnheiten und Vorlieben.

    Hannes Gstöttenmayr wurde am 25. Februar2007 fünfzig Jahre alt. Aus diesem Anlass werden seine neuen Malereien ausgestellt- in der Galerie im Vierkanthof von Zendorf. In ihm lebt und arbeitet der Maler inmitten seiner Drei-Generationen-Familie, inmitten einer künstlerischen Gruppierung und Gemeinschaft, die über die Region ausstrahlt, in der sie, unabhängig vom allgemeinen Kunstbetrieb, ein lebendig sich entwickelndes Zentrum gefunden hat.

    Melchior Frommel (Text zur Ausstellung, Mai 2007)



    Hannes Gstöttenmayr ist ein wacher Beobachter dessen, was in ihm und um ihn herum ist – er beobachtet die Menschen und ihre Schöpfungen, seine „Zeit“, die Bäume, den Himmel, sich selbst. Aus allem, was er wahr-nimmt, zieht er geistige und praktische Anregung. Bei ihm wirkt alles zusammen zu einem Ganzen, in dem das Praktische, Handwerkliche, Materielle ebenso seinen Platz hat wie das Geistige, Künstlerische, Spirituelle. Da er diese Einheit lebt, bleibt er am Widerspruch, der in allem steckt und der ihm bewusst ist, nicht hängen. Man hat den Eindruck, dass sich seine Tätigkeiten und Interessen gegenseitig befruchten, dass sie ihn zu den ewigen und ewig neuen Fragen des Menschen führen, vor denen er oft innehält, denen er aber nicht ausweicht. So wie er auch den künstlerischen Problemen nicht ausweicht, was voraussetzt, dass er sie kennt und weiß, dass er draufkommen muss, wie er sie für sich selbst formuliert und wie er ihnen mit seinen Mitteln gerecht wird. Für Gstöttenmayr sind in der Malerei Natur und Abstraktion nicht getrennt, sondern bedingen einander. Das ist eine Überzeugung , die nicht aus einer Theorie kommt, sondern aus der eigenen Erfahrung. Eine Überzeugung, die durch jedes Bild, durch jeden neuen bildnerischen Versuch auf die Probe gestellt wird, da sie keine wiederholbare Formel zulässt. Hannes Gstöttenmayrs Malerei ist eine Erkundung und eine Bejahung seiner Existenz und der Welt, in der er lebt, vor allem der Welt, die er sich schafft. Er bekennt sich zu den Quellen seiner Malerei – zu denen, die in ihm liegen, und zu denen, die er von außen heranzieht und sich mit geistigen Mitteln zu Eigen macht. Seine vielseitige technische Versiertheit verleitet ihn nicht zu pseudo- künstlerischen Spekulationen, von denen viele glauben, sie könnten die Malerei ersetzen. Für Gstöttenmayr ist die Malerei als Ausdruck menschlicher Regungen, Ideen und Notwendigkeiten nach wie vor ein unerschöpfliches Medium, das trotz seiner langen Geschichte in jedem Moment neu entdeckt und erlebt werden kann, wie seine Bilder zeigen.


    Eric Ess (Text zur Ausstellung, August 2003)



    Bilder von Hannes Gstöttenmayr sind das Ergebnis seiner Wahrnehmung, seines ordnenden Geistes und seiner liebenden Tat. Sie haben ihre Bestimmung durch die Wirklichkeit selbst, die sich als Einheit von Sinnlichem und Übersinnlichem zeigt. Natürliches und Übernatürliches fügen sich auf der Bildfläche zu einer Bild-Einheit und zeugen von einer großen Leidenschaft, die Wirklichkeit, die Natur, den Menschen, das Leben in seiner Tiefe vernehmbar zu machen. Verborgene Variationen der Wirklichkeit werden im Bild Form und inspirieren verschiedene Möglichkeiten des Sehens.
    Hannes berührt so einerseits immer wieder die Grenze des malerisch Möglichen, die durch die Realität gezogen ist; er überschreitet sie jedoch andererseits, indem er die Begrenzungen des Sinnlichen in gesetzhafte Formen transzendiert. Verhüllt und sichtbar zugleich, zeigen sich Modulationen von Welt. Was Hannes im Bildwerk vollzieht, ist ein fortwährendes Experiment des Schaffens, um die Welt des Unsichtbaren mit der Welt des Sichtbaren malerisch zu vereinen. Es ist ein Weg des Suchens und Findens von gültigen Formen in den Sphären der Wirklichkeit.
    Bewegt und wachgehalten von diesem Experiment, zählt Hannes heute zu den wirklichen Malern, und wer mit seinen Bildern in Dialog tritt, findet auch Antwort - besonders in seinen Landschaften und Stillleben, die immer wieder an die Grenze der sinnlichen Wahrnehmung führen und das Bild zu einem Ort der Andacht wandeln; einen Ort, der den Betrachter in eine Präsenz des Sehens im umfassenden Sinn versetzt. Still und dennoch aktuell in den Formen, offenbart sich in den Bildern von Hannes eine verborgene Dimension des Wirklichen, die dem flüchtigen Blick des modernen Menschen nicht zugänglich ist, aber all jenen, die bereit sind zu empfangen…

    Peter Weinstich (Text zur Ausstellung, Juli 2009)

    Share |
    Zendorf 19, 4551 Ried im Traunkreis | Tel.: +43 7588/6305 | E-Mail: christa@neunzendorf.at